Glatzer Rosen

Sie blühen  wieder in unserem Garten, die Glatzer Rosen!  Bei euch auch? Schickt mir doch bitte Bilder von Glatzer Rosen aus dem eigenen Garten.

Eigentlich…… würden wir jetzt zum Treffen einladen,

doch leider kam die Pandemie und wir konnten zwei Jahre kein Treffen planen. Auch zur jetzigen Zeit ist es schwierig. Dazu kommt, dass viele die langen Anfahrten nicht mehr schaffen und deshalb nur ein kleiner Kreis sich treffen könnte. Deshalb wollen wir mit Bildern von früheren Treffen an  schöne Zeiten erinnern. 

Bei der Zusammenstellung der Bilder ist mir aufgefallen wie groß der Zusammenhalt der Wölfelsdorfer immer gewesen ist. Das ist auch heute noch spürbar.  Viele Teilnehmer der Erlebnisgeneration habe ich  kennengelernt, doch auf den Bildern aus Feudingen und Wormersdorf sind so viele „Jugendliche“ zu sehen. Sollte sich jemand wiedererkennen? Super, dann ruft mich doch einfach an damit ich die Bilder noch mit Namen beschriften kann. Meine E-Mail-Adresse und Telefon-Nr. findet ihr im Impressum.

Grafschafter Bote

Kennt ihr den Grafschafter Boten?  – Was ist der Grafschafter Bote?

Der Grafschafter Bote ist die Mitgliederzeitschrift der Zentralstelle Grafschaft Glatz/Schlesien e.V. . Er wird seit ca. 70 Jahren herausgegeben. Prälat Georg Goebel, der Gründer und Herausgeber des Grafschafter Boten wollte damals den Zusammenhalt der aus der Grafschaft Glatz Vertriebenen fördern. So wurden in den ersten Boten  Familiennachrichten und Suchanzeigen veröffentlicht, damit die Familien und Heimatgemeinden nach der Vertreibung wieder zueinander fanden. Auch heute sind die Familiennachrichten ein fester Bestandteil des Grafschafter Boten, und wie wir wissen, wird er meist von hinten nach vorne gelesen. Will man doch wissen, wer von den früheren Nachbarn oder Schulkameraden Geburtstag hat. Leider müssen wir jedoch hier auch vom Ableben lieber Heimatfreunde berichten. 

In den aktuellen Boten wird von Reisen der Kinder und Enkeln berichtet, über Grafschafter Traditionen, die Grafschafter Mundart und Geschichte und Kultur. Auch wo man in der Grafschaft Glatz gut Wandern und Ferien machen kann – das alles findet man im „Boten“. Der Grafschafter Bote erscheint monatlich. Im Juli/August gibt es eine Doppelausgabe.

Habt ihr Interesse? Dann meldet euch beim Grafschafter Boten:

„Grafschafter Bote“, Friedhofstr. 7, 58507 Lüdenscheid; Telefon: 02351 860044;                  E-mail: info@grafschafterbote.de

Wandervorschläge für die Grafschaft Glatz

Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erzählen. An dieser Stelle nun einige Wandervorschläge für die Grafschaft Glatz.  Roland macht den Anfang, aber wir freuen uns auch über Eure Beiträge. Erzählt uns von Eurer Wanderung oder einer Stadtbesichtigung in der Grafschaft Glatz. Dieses mal sind die Beiträge in PDF-Form, damit das Originalformat der Präsentation erhalten bleibt. 

Wir hoffen, dass trotzdem das Interesse geweckt ist und vielleicht bekommen wir ja noch einige Wandervorschläge von den eifrigen Lesern unserer Seite.

Roland Scholz Die_große_Heuscheuer_bei_Karlsberg
Felsformation in der Heuscheuer
Roland Scholz Meine_Begegnung mit dem steinernen Mann

Erinnerung an eine Gedächtniswanderung

Ein jeder Mensch hat seine Heimat,

unsere Heimat war die Grafschaft Glatz.

Dort liegen unsere Wurzeln, dort lebten unsere Vorfahren,

dort stand unser Vaterhaus und dort verlebten wir unsere Jugend.

Beim durch blättern dieser Seiten wird man vielleicht verstehen

warum wir dieses schöne Stückchen Erde nicht vergessen können und es uns immer wieder dorthin zieht.

                                                                                                                                  Fritz Volkmer

 

Heim-Reise in die Grafschaft Glatz vom 24. bis 29. August 1996

Paul Franke, Fritz Volkmer, Hans Exner und Paul Rupprecht 

 

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen!

Ein Bericht über die Heimreise zur Goldkommunion von Paul Rupprecht in unserer Pfarrkirche zu Wölfeldorf, und wie ein Engel aus der Heimatkirche vor dem Untergang bewahrt wurde.

Am 25. August 1996 war der Tag an dem mein Heimatfreund Paul Rupprecht vor 50 Jahren die 1. heilige Kommunion in unserer Pfarrkirche St. Georg empfangen hatte. Die Vertreibung war damals schon in vollem Gange. Unser damaliger Pfarrer Arnold Wachsmann hatte noch zu den Kommunionkindern gesagt: „Wenn wir am Mittwoch noch zu Hause sind, feiern wir noch eine Andacht in der Kirche.“ Doch dazu kam es nicht mehr, weil am Dienstag das Mitteldorf teils zu Fuß, teils mit Fuhrwerken nach Mittelwalde transportiert und in den Westen abgeschoben wurde. Dem 90-jährigen Vater von Paul Rupprecht ließ diese Erinnerung keine Ruh, und immer wieder drängte Er: „Paul du musst deine Goldkommunion in deiner Heimatkirche feiern!“ So machten wir uns, die vier Heimatfreunde, am Sonnabend den 24. August 1996 auf den Weg in Richtung Heimat Wölfelsdorf.

Es ging alles glatt und wir kamen gegen 17.30 Uhr in unserer Unterkunft in Wölfelsdorf an. Am Sonntag, den 25. August 1996 feierten wir in unserer Kirche, mit den Polen, die Goldkommunion von unserem Heimatfreund Paul Rupprecht. Anschließend sprachen wir noch mit dem Polnischen Pfarrer und wir vereinbarten mit ihm für Dienstagnachmittag einen Termin um Filmaufnahmen in unserer Kirche zu machen. Wir hatten am Sonntag sofort gemerkt, dass die wertvolle Umrandung vom Marien-Altar fehlte und gegenüber am Josef-Altar viele schadhafte Stellen waren. Die Inneneinrichtung unserer Kirche weißt eine reiche Barockausstattung aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf.

Arbeiten von dem bedeutesten Barockbildhauer der Grafschaft Glatz, Michael Klar dem Älteren, aus Bad Landeck. Um das Jahr 1730 sind die Ausstattung, der Hochaltar und die Predigt-Kanzel fertig gestellt worden.

Jedem Kunstkenner entzücken die Figuren von Adam und Eva am Hochaltar und beiderseits davon übergroß die Statuen von Melchisedech und von Papst Gregor. Die Kanzel ist mit den vier Evangelisten und ihren Symbolen geschmückt und wird von Jesus inmitten seiner Apostel gekrönt. (siehe Bilder Kirche Wölfelsdorf)

Für Dienstagvormittag hatten wir uns noch etwas Besonderes vorgenommen: Wir wanderten von der Dorfmitte, der Johannes-Brücke, über den Schäferberg längs der Kirschenallee, auf der Landstraße bis nach Ebersdorf, Schönfeld, Herzogswalde – bis zum Bahnhof Mittelwalde. Also den Weg den die Mittel-Wölfelsdorfer beim Verlassen der Heimat gehen mussten. Es war herrlicher Sonnenschein. Es grüßte „Maria Schnee“, der Schwarze Berg, der Puhu und der Große und Kleine Schneeberg.

 

Viele Erinnerungen wurden ausgetauscht, aber oft ging auch jeder seinen eigenen Gedanken nach. Nach mehrstündigem Marsch kamen wir gegen Mittag am Bahnhof in Mittelwalde an; um ein besinnliches Erlebnis reicher.

                         

 

       

Hans, der mit dem Auto nach Mittelwalde gefahren war, traf uns am Bahnhof. Gemeinsam fuhren wir nach Wölfelsdorf zurück und trafen uns gegen 14.30 Uhr, wie vereinbart, mit dem polnischen Pfarrer in unserer Pfarrkirche. Unsere erste Frage war: Wo ist die wertvolle Umrandung von unserem Marienaltar hingekommen. Er sagte: „Kommen Sie, kommen Sie“ und er ging mit uns in den Vorraum vom Seiteneingang. Dort standen vier Plastik-Säcke, sie waren bis zur Hälfte mit Holzstücken, Staub und Holzwurmmehl gefüllt. Wir fragen „ob wir uns etwas als Andenken mitnehmen können“? Er sagte: „Nehmen Sie. Polnischer Restaurator sagen „alles Müll, alles weg“. Meine drei Freunde bedienten sich mit Kleinigkeiten. Währenddessen zeigte mir der Pfarrer die vielen anderen Wurmlöcher an den Figuren an der Kanzel. Wenn man dran klopfte rieselte das Holzwurmmehl heraus. Während meine Freunde Film-Aufnahmen machten ging ich noch einmal mit dem Pfarrer zu den Plastiksäcken. Er sagte: „Nehmen Sie, nehmen Sie, alles kaputt“. Ich stellte meinen Rucksack ab, krempelte mir die Ärmel hoch und begann in dem Müll zu suchen. Es waren überwiegend Staub, Holzwurmmehl und zerbrochene Holzteile darin. Bis ich dann plötzlich fast am Boden etwas festes erfasste. Ich zog es heraus und merkte, dass es etwas Figurähnliches war, aber bei soviel Staub und Dreck war es nicht zu erraten. Ich wickelte es in meinen Pullover und verstaute es in meinem Rucksack.

Abends in der Unterkunft zeigte ich das Stück meinem Freund Paul R., der selbst Busfahrer war. Er meinte: „Mensch, versteck das bloß gut in deinem Rucksack, wenn das der Zoll entdeckt, das kann Schwierigkeiten geben.“ Es ging aber alles reibungslos. Wir kamen gut zu Hause an.

Ein paar Tage später säuberte ich vorsichtig mein Mitbringsel und hervor kam ein Engelskopf. Allerdings ein Flügel total vom Holzwurm zerfressen, überhaupt war der ganze Engel bös hergerichtet und mit sehr vielen Wurmlöchern übersäht. Ich nahm ein großes Glas, füllte es mit Cellulose-Verdünnung und steckte den Engel hinein und verschloss das Glas. Als ich es einmal meinen Kindern zeigte, meinten sie: „Vater, da geht nichts mehr, wirf es weg, du bringst nur damit den Holzwurm in unser Haus.“ Dann las ich in der Zeitung, dass ein Herr Stromberg, ein Hobbyholzschnitzer für die Kapelle in Volkaringhausen einige Figuren geschnitzt hatte. Ich setzte mich mit ihm in Verbindung. Er sagte: „Sowas wirft man doch nicht weg.“ Durch die Cellulose hatte sich eine Schicht gelöst wo man Unebenheiten mit ausgleicht. Die Wurmlöcher hatte ich mit einem Spezial-Kit verschlossen und schön beigearbeitet. Nur der rechte Flügel musste erneuert werden, das besorgte mir der Schreiner-Meister Habel aus Langenholthausen, aus echter Sauerländer Erle. Beigeschnitzt hat es dann Herr Stromberg aus Blintrop.

Nun hatte ich in Bensberg einen Heimatfreund „Josef Veit“ der war Kunstmaler und Holzschnitzer. Bei einem Besuch bei uns erzählte ich ihm die Geschichte. „Nein“, meinte er, „Fritz, so haben die Engel in unserer Kirche nicht ausgesehen. Ich habe Nahaufnahmen bei mir zu Hause von den Kunstschätzen der Kirche.  Bei dem Engel fehlen die Feinheiten. Ich nehme ihn mir mit und mache ihn dir wieder im Original farbig“. Er meinte auch die gesamte Oberfläche mit Vergoldung muss erneuert werden.

Als er ihn mir wiederbrachte, kannte ich den Engel nicht mehr wieder. Er strahlte in alter Schönheit. Er wollte ihn am liebsten selbst behalten. Es standen ihm die Tränen in den Augen und er meinte: „Fritz, so ein schönes Stück Heimat hab ich nie wieder in den Händen gehabt“.

Nun hängt er schon etliche Jahre bei uns im Wohnzimmer über dem „Mutter Gottes Winkel“. Er ist mir ein wertvolles Stück Heimat und ein Andenken an eine denkwürdige Heimfahrt, an eine ganz zufällige Mitbringe aus unserer Heimatkirche und unseren Herrgottswinkel der „Grafschaft Glatz“.

Fritz Volkmer, Garbeck

früher Wölfelsdorf, Grafschaft Glatz, Schlesien

geschrieben zum 65. Geburtstag von Paul Rupprecht im Jahr 2003,

mit Bildern von Fritz Volkmer und Paul Rupprecht

 

 

 

Willkommen

auf der Seite vom Heimatverein Wölfelsdorf, einem Dorf in der Grafschaft Glatz/Niederschlesien, aus dem die deutsche Bevölkerung 1946, nach dem zweiten Weltkrieg vertrieben wurde.

 

Kirche und Schloss

Heimat, das ist Land und Besitz, das ist Elternhaus und Kindheit und Familie, das ist Geschichte und Kultur, das ist Beruf und das sind die Menschen denen ich verbunden und verpflichtet bin; und Heimat, das ist durch all dies die lebendige Begegnung mit meinem Gott.

Alfred Delp

aus: Chronik von  Wölfelsdorf

Blick von Maria Schnee auf Wölfelsdorf

Neuigkeiten von Heinz-Peter Keuten

Lieber Heimatverein, liebe Wölfelsdorfer,

zwei Neuigkeiten aus dem herbstlichen Wölfelsdorf – ein „Abschied“ und ein Neuzugang in bzw. an der Kirche! Verabschiedet hat sich vorübergehend Papst Gregor. Nachdem schon der Altar und das Taufbecken in den vergangenen Jahren in einer Restauratorenwerkstatt in Breslau renoviert und neu vergoldet wurden und nun in neuem Glanz erstrahlen (s. Fotos), war jetzt die Statue von Papst Gregor an der Reihe. Schon vor einiger Zeit wurde sie abgenommen (s. Foto mit der vakanten Stelle links vom Altar und eine Nahaufnahme der Statue), bevor sie nun ihre Reise nach Breslau angetreten hat. Hoffen wir, dass sich Papst Gregor wieder in bester Form zeigt, wenn er von seinem dortigen Exil zurückkehrt.

Einen Neuzugang hat es hingegen auf dem deutschen Lapidarium hinter der Kirche gegeben. Vor einigen Wochen hat mein Nachbar (ehem. Grunwald-Haus) bei der Renovierung einen alten deutschen Grabstein im Schuppen gefunden. Die Aufschrift lautet: „Hier ruht in Gott unser lieber Vater, der Bauerauszügler Franz Herfurth, geb. 29. Sept. 1836, gest. 22. Mai 1907. Herr gib ihm die ewige Ruhe!“  In Absprache mit Pfarrer Prochera haben wir ihn heute (12.10.21) wieder dorthin zurückgebracht, wo er hingehört, nämlich auf den Kirchhof. An der linken Seite des Lapidariums , seitlich des Hochkreuzes, war noch ein Platz frei, dort hat der massive Stein seine hoffentlich letzte Ruhestätte gefunden. Anbei einige Fotos von dem „Neuzugang“ auf unserem Lapidarium.

Was das Projekt der Anbringung eines Regenschutzdaches auf der Kirchenmauer auf der anderen Seite des Lapidariums, wo eine Reihe deutsche Holzkreuze an der Mauer angebracht sind, angeht, so hoffen wir, dass (zusammen mit dem Heimatverein) im nächsten Jahr eine Lösung gefunden wird. Und vor allem würde es wohl alle freuen, wenn nächstes Jahr nach längerer Pause wieder mal ein Besuch der Wölfelsdorfer in der Heimat möglich wäre.

Mit herzlichen Grüßen aus der Häämte,

Heinz-Peter Keuten, Wölfelsdorf

 

 

In Gedenken an unsere lieben Verstorbenen

Liebe Heimatfreunde,

gerne erinnern wir an die lieben Verstorbenen aus unserem Heimatort Wölfelsdorf. Wenn du den Heimgang Deiner Lieben an dieser Stelle bekannt geben möchtest, damit sein/ihr Licht in Gedanken weiterleuchten kann, dann sprich uns gerne an. Sendet eure  Eintragung an unsere E-mail: woelfelsdorfer.heimatverein@t-online.de

 

 

„So ist das Wesentliche 

einer Kerze nicht das Wachs, 

das seine Spuren hinterlässt,

sondern das Licht.“

(Antoine de Saint-Exupery)

 

Wir trauern um unseren Heimatfreund Paul Franke, der am 16. Mai 2021 verstorben ist.

Aus der Heimat einst vertrieben, die du doch so sehr geliebt. So lautet der Eingangstext der Traueranzeige.

Ja, er hat die Grafschaft Glatzer Heimat geliebt und sobald es nach der Vertreibung möglich war ist er wieder in die Heimat gereist. Mit Hans Exner, Fritz Volkmer und Gerhard Acksteiner hat er viele Fahrten und Wanderungen unternommen. Anlässlich des Gedenkens an 50 Jahre Vertreibung ging er 1996 mit seinen Freunden Hans Exner, Fritz Volkmer und Paul Rupprecht noch einmal den Weg von Wölfelsdorf nach Mittelwalde. Auch mit Reisegruppen besuchte er seinen Geburtsort Wölfelsdorf und weckte bei jungen Mitreisenden das Interesse an der Heimat der Eltern und Großeltern. Hierbei wurden wertvolle Kontakte auch zur jetzigen Wölfelsdorfer Bevölkerung und Pfarrer Prochera geknüpft.

Seit 1993 gehörte er dem Arbeitskreis zur Erstellung der Wölfelsdorfer Heimatchronik an und wurde 1995 zum 1. Vorsitzenden des neu gegründeten Heimatvereins Wölfelsdorf gewählt. 10 Jahre führte er den Verein durch Höhen und Tiefen. In Zusammenarbeit mit Heimatfreunden organisierte er die alle zwei Jahre stattfindenden Heimattreffen in Lippstadt-Hörste, die stets gut besucht waren.   

Wir, die Wölfelsdorfer Heimatgemeinschaft danken für diesen Einsatz.

Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt Lilo, Ulrike und Georg sowie den Enkeln

Winter 2021 in Wölfelsdorf

 

 

Meine lieben Wölfelsdorfer, Nachfahren und Freunde! Auf Anregung des Heimatvereins schreibe ich heute nach längerer Zeit mal wieder ein paar Zeilen aus unserem lieben Heimatdorf. Die Umstände sind nicht die einfachsten, aber wohl auch nicht viel anders als bei Euch in Deutschland. Tiefster Winter und gleichzeitig tiefste Corona-Krise.

Ja, bald jährt sich zum ersten Mal der Ausbruch der Epidemie in Europa – kaum zu glauben, dass wir nun schon ein Jahr unter diesen Ausnahmezuständen leben. Auch hierzulande sind die Zahlen sehr hoch, umgerechnet auf die Einwohnerzahl sogar höher als in Deutschland. Auch hier sind die Schulen (bis auf die ersten drei Schuljahre) geschlossen, ebenso Restaurants (Essen nur zum Mitnehmen) und Freizeiteinrichtungen, Supermärkte und Einzelhandel haben aber geöffnet (wenn auch von 10-12 nur für Senioren sowie mit Höchstkundenzahl je nach Verkaufsfläche). Die Krankenhäuser in Habelschwerdt und in Glatz-Scheibe sind zu Koronazentren umfunktioniert worden. Zum Glück sind wir aber bisher von den Rekordzahlen aufgrund der neuen Mutationen, wie sie jenseits der Grenze, in Tschechien, erreicht werden, bisher verschont geblieben. Insofern ist auch die tschechische Grenze bis auf Ausnahmefälle geschlossen, während die deutsche Grenze bisher geöffnet ist.

Ich als Lehrer fahre jeden Morgen wie üblich um 8 Uhr zur Arbeit, allerdings in eine leere Schule. Da wird nur im Klassenraum der Dienst-Laptop hochgefahren und dann geht der Online-Unterricht los. Im Gegensatz zu dem Chaos, das laut Medien an manchen deutschen Schulen herrscht, klappt hierzulande der Fernunterricht aber recht problemlos, und nur wenige Schüler nehmen nicht regelmäßig an den Unterrichtsstunden per Internet teil. Als Lehrer hat man technisch in den letzten Monaten vieles dazugelernt. Mehrarbeit bedeutet allerdings, dass die Schüler uns Lehrern nun jeden Abend ihre Hausaufgaben zuschicken sollen, die es dann zu kontrollieren gilt. Da kommen gerne mal 80 bis 100 Hausaufgaben pro Tag zusammen, und manche Schüler schicken ihre Aufgaben auch noch um Mitternacht oder morgens um 6 Uhr. Auch alle Lehrerkonferenzen finden im „virtuellen Lehrerzimmer” statt. Auf der Straße und in allen öffentlichen Gebäuden gilt natürlich, wie in Deutschland, Maskenpflicht und Versammlungsverbot (nur bis zu 5 Personen).

Leider hat die nun schon seit einem Jahr andauerne Epidemie den Nachteil, dass auch die sozialen Kontakte und kulturellen Veranstaltungen quasi zum Erliegen kommen. Offen gesagt, gehe ich seit März 2020 nicht mehr in die Wölfelsdorfer Kirche, weil allgemein in den polnischen Kirchen nicht konsequent auf Masken und Abstand geachtet wird, außerdem aus vollem Halse von der ganzen Gemeinde gesungen wird, als wenn nichts wäre, und schließlich auch noch Mundkommunion praktiziert wird. Stattdessen besuche ich, soweit sie stattfinden, die deutschsprachigen Gottesdienste des DFK Glatz, wo die Teilnehmerzahl überschaubar ist und außerdem Handkommunion praktiziert wird. Auch ist der Wölfelsdorfer Pfarrer in diesem Jahr zum ersten Mal nicht zur Weihnachtskollende durchs Dorf gegangen, entsprechend den Anweisungen des Bischofs. Das alles ist vernünftig im Sinne des Gesundheitsschutzes, dient aber nicht der Verständigung zwischen den Dorfbewohnern.

Von daher kann ich auch nicht viel berichten über irgendwelche Vorkommnisse in Wölfelsdorf. Leider sind hier in Wölfelsdorf (wie wohl auch in Deutschland) in den vergangenen Monaten überdurchschnittlich viele Menschen, insbesondere ältere Mitbewohner, an oder mit Corona verstorben (u.a. auch die älteste der Wölfelsdorfer Ordensschwestern). Auch an unserem Projekt der Renovierung der Kirchmauer ist im vergangenen Jahr praktisch nichts passiert. Unser Arbeiter hat stattdessen versucht, die Mauer auf der Seite am Schwesternhaus weiter zu renovieren, hat aber selbst diese Arbeiten noch nicht abgeschlossen. Der Pfarrer ist nicht erfreut, dass es so langsam vorangeht – hoffen wir also, dass dieses Jahr mehr Fortschritte bringt. Da ich sowieso mit der Firma aus Oberhannsdorf in Kontakt treten muss, weil im Frühjahr das Hirschfelder-Denkmal vor meiner Schule in Habelschwerdt renoviert werden soll, hoffe ich, dass ich die Arbeiter dazu bewegen kann, auch das Projekt Kirchhofmauer wieder in Angriff zu nehmen.

Ein ganz aktuelles Thema ist das Wölfelsdorfer Schloss. Der Heimatverein hat mich vor wenigen Tagen kontaktiert und mir mitgeteilt, dass sich der in Spanien wohnhafte Enkel des Grafen von Althann bei ihm gemeldet und nachgefragt hat, wer denn der heutige Besitzer des Schlosses sei (s. Eintrag im Gästebuch). Jeder, der in letzter Zeit in Wölfelsdorf zu Besuch war, weiß, in welch lamentablem Zustand sich die Schlossruine befindet. Wie schön wäre es, wenn sich doch noch eines Tages jemand des Gebäudes annehmen und es vor dem vollständigen Verfall retten könnte. Erst heute (am 12.2.2021) habe ich mit Pfarrer Marian Prochera darüber gesprochen, und auch ihm läge viel daran, wenn es mit dem Schloss wieder bergauf ginge. Er würde sich auch gegenüber der Gemeinde dafür einsetzen und bei der Beschaffung von Geldern aus EU-Fonds, Stiftungen u.Ä. behilflich sein, falls es einen neuen Besitzer gäbe. Nur zur Aufklärung: Das Schloss ist in den frühen 1990er Jahren mit Mitteln des Denkmalschutzamtes notdürftig repariert worden, durch das Jahrhunderthochwasser 1997 aber erneut schwer in Mitleidenschaft gezogen und deswegen 1997 an einen Privatmann verkauft worden, mit der Auflage, sich der Konservierung des Gebäudes anzunehmen. Passiert ist aber seitdem nichts, im Gegenteil, selbst die notdürftigen Konservierungsmaßnahmen (statische Absicherung, Bedachung) sind vernachlässigt worden, so dass heute immer mehr Verfall sichtbar ist und es sogar zu Plünderungen kommt. Es wäre also höchste Zeit, etwas zu unternehmen, und laut Pfarrer ist auch die Gemeinde Habelschwerdt bereit, das Schloss einem neuen Besitzer zu übergeben, wenn dieser sich bereit erklärt, zum Erhalt des Gebäudes beizutragen. Ob sich vielleicht auf Seiten der Familie Althann jemand beteiligen würde? Das würde der Sache sicherlich Auftrieb verleihen. Aber ob das realistisch ist, wird die Zukunft erst zeigen. Für Ideen und Vorschläge sind wir vor Ort jederzeit offen!

Wie dem auch sei, ich habe mich heute trotz Schneetreibens daran gemacht und einige Winterfotos von Wölfelsdorf geschossen, unter anderem vom Schloss und auch von unserer (im Winterschlaf befindlichen) Friedenslinde. Ich hoffe, der/die eine oder andere findet Freude daran und bekommt vielleicht auch Lust, im Sommer (wenn die Umstände hoffentlich wieder besser sind) wieder einmal persönlich nach Wölfelsdorf zu kommen.

 

In diesem Sinne grüße ich ganz herzlich aus unserem Wölfelsdorf und würde mich auch über Rückmeldungen sehr freuen. Bleibt alle gesund und ei Goot’s Nooma,

der eingeschneite „Neu-Wölfelsdorfer”,

Heinz-Peter Keuten (Fam. Lux/Veit)

Suppen

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Wassersuppe Suppen R.  Scholz
01_Graupensuppe Eintopf R. Scholz

Kuchenrezepte

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Rezept Hefeteig Fester Kuchen R. Scholz
Hefeblechkuchen   Ch. Guhling (Lux, Christel)
Eischwerkuchen Fester Kuchen Ch. Guhling